Josef Lakämper - Ein politisches Leben in Verl

44 Jahre war Josef Lakämper Ratsmitglied und hat viele Entscheidungen mitgeprägt

Nach seiner Verabschiedung aus dem Verler Rat im Juli hat Josef Lakämper wieder mehr Zeit zum Lesen. Gerne blättert der 75-Jährige in Biografien wie über Franz Josef Strauß, Ex-Kanzler Helmut Kohl und Helmut Schmidt. Foto: Mukherjee
Nach seiner Verabschiedung aus dem Verler Rat im Juli hat Josef Lakämper wieder mehr Zeit zum Lesen. Gerne blättert der 75-Jährige in Biografien wie über Franz Josef Strauß, Ex-Kanzler Helmut Kohl und Helmut Schmidt. Foto: Mukherjee
Verl-Kaunitz(WB). Das politische Engagement von Josef Lakämper kann sich sehen lassen. 44 Jahre gehörte der Kaunitzer dem Verler Rat an und trug als ehrenamtlicher Bürgermeister Verantwortung. Sechs Wochen nach seiner Verabschiedung im Juli blickt er zufrieden zurück: »Es hat mir viel Spaß gemacht.«

Es war fast eine andere Zeit, als sich das CDU-Mitglied 1970 entschied, erstmals für den Verler Rat zu kandidieren. Mit der kommunalen Gebietsreform wurde das vorherige Verler Amt mit den Gemeinden Verl, Bornholte und Österwiehe sowie Teilen von Sende und Liemke in die Gemeinde Verl neu aufgeteilt. In diese Zeit fiel auch die erste Wahl für Lakämper, der über die Reserveliste der CDU erstmals in den Rat einzog. »Seit dem 15. März 1970 gehörte ich dem Gremium an«, erinnert sich der 75-Jährige.
Warum sich der junge Groß- und Außenhandelskaufmann damals für Politik interessierte, beschreibt Lakämper rückblickend mit den Debatten aus dem Bundestag. »Die habe ich mir in den 50er Jahren im Radio angehört. Zwischen Adenauer und Ludwig von der CDU oder Schumacher und Ollenhauer von der SPD wurden spannende Debatten geführt«, erzählt Lakämper.
Bereits fünf Jahre später wurde der damals 36-Jährige erstmals zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt. Nicht direkt, sondern »aus der Mitte des Rates«, mit 39 Mandaten, erfolgte die Wahl. Dies gelang durch die Mehrheit der CDU, deren Fraktionsmitglieder ihm allerdings bei der Nominierung zuvor nicht gänzlich folgen wollten. Die 27 Fraktionsmitglieder machten drei Vorschläge, bei denen sich Lakämper schließlich mit nur einer Stimme durchsetzen konnte. »Es war wie bei der ›Adenauer-Mehrheit‹, bei der er mit seiner eigenen Stimme gewann«, sagt Lakämper schmunzelnd.
Bis 1999 amtierte er als ehrenamtlicher Bürgermeister und arbeitete mit den Gemeindedirektoren Dr. Hans-Georg Klose und Klaus Hörsting zusammen. Dabei fiel viel Arbeit in seine Zeit: »Man kann es sich heute kaum mehr vorstellen, aber Verl hatte bis 1975 keine zentrale Wasser- und Gasversorgung.« Auch der erste Kindergarten eröffnete erst im August 1973 in Kaunitz. Auch politische »Aufregung« habe es bei manchen Themen gegeben. Bei den Plänen zur sogenannten Südumgehung sei die »Bevölkerung auf die Barrikaden« gegangen. »Heute wären wir im Zuge der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Verl sicher froh über einen Autobahnzubringer«, sagt Lakämper. Trotz mancher politischer Differenzen sei er aber froh, dass letztlich »in Verl die Fraktionen zu 98 Prozent gemeinsam abgestimmt haben«, sagt er.
Als ein »Highlight« seiner Ratszeit bezeichnet Lakämper die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde mit der US-amerikanischen Stadt Delphos (Ohio) 1998. »Das war für mich ein emotionales Erlebnis«, sagt Lakämper.

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